Im Rahmen der viertägigen Seminarwoche Ultra Zirkulär stand das nachhaltige Bauen mit Altholz und Lehm im Mittelpunkt. Ziel war es, zirkuläre Konstruktionsweisen praktisch zu erproben und den gesamten Materialkreislauf, von der Aufbereitung bis zur Umsetzung, erfahrbar zu machen.
Die Teilnehmenden entwickelten und fertigten reversible Holzverbindungen aus wiederverwendetem Altholz. Das Material wurde im Vorfeld sortiert, aufgearbeitet und von Schadstoffen befreit. Die praktische Umsetzung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Holz-Studienwerkstatt unter der Leitung von Thomas Busch und wurde durch theoretische Inputs sowie Sicherheitsunterweisungen ergänzt.
Parallel dazu entstand in Kooperation mit dem KSC-Fanprojekt des Stadtjugendausschusses Karlsruhe e.V. eine Stampflehmtheke für den Veranstaltungsraum des Fanprojekts. In diesem intensiven Workshop wurde zunächst eine Schalung errichtet, Anker gesetzt und die einzelnen Elemente präzise miteinander verbunden. Der Lehm wurde unter Anleitung von Sandra Jaramillo auf die richtige Feuchtigkeit eingestellt, lagenweise in die Schalung eingebracht und sorgfältig verdichtet.
Zur Gestaltung wurden zwischen die einzelnen Stampflehmlagen dünne Schichten mit blau pigmentiertem Lehm eingefügt. Die mineralischen Farbzuschläge greifen die Vereinsfarben des KSC auf und verleihen der Theke ihren charakteristischen Ausdruck. Durch die sichtbare Schichtung bleibt der Herstellungsprozess ablesbar und macht Materialität und Handwerk unmittelbar erfahrbar.
Nach dem Ausschalen zeigte sich das Ergebnis der gemeinsamen, körperlichen Arbeit: eine robuste, monolithische Theke mit starker räumlicher Präsenz, die zunächst skeptische beobachtende Handwerker auf der Baustelle ebenso überzeugte wie das gesamte Projektteam.
Ziel der Zusammenarbeit war die Entwicklung eines gemeinsamen ästhetischen Konzepts, das die Identität des Vereins unter Nutzung natürlicher Ressourcen zum Ausdruck bringt. Die Arbeit mit Stampflehm erwies sich dabei als kollektiver Prozess, der handwerkliches Lernen, Teamarbeit und nachhaltiges Bauen miteinander verbindet – und so ein funktionales Bauteil ebenso wie ein identitätsstiftendes Gemeinschaftsprojekt entstehen ließ.