Das Hochsitzcafé auf der Katzenwedelwiese, wurde im Rahmen eines Kunstseminars der Professur für Bildende Kunst in Kooperation mit den Professuren Konstruktion und Entwerfen sowie Tragwerksplanung seit Oktober 2023 gemeinsam mit Studierenden der Architektur entworfen und gebaut. Die Installation aus drei fliegenden Bauten wird vom 21.04.2024 bis zum 21.10.2024 als Plattform für Kommunikation und Perspektivenwechsel auf der durch das ZKM betreuten Streuobstwiese stehen. Die Bezeichnung „Café“ bezieht sich hierbei auf Zusammenkünfte verschiedener Persönlichkeiten, nicht auf die Idee eines Kiosks. Durch ihr inklusives Design und ihr Zusammenrücken hat das Hochsitzensemble vom Prinzip der klassischen Hochsitze als jagdliche Einrichtungen Abstand genommen und eine Bedeutungswendung ins Gemeinschaftlich-Gesellige vollzogen.
Das Konzept eines poetic food forest, das den theoretischen Hintergrund für diese experimentelle Architektur bildet, folgt der These, dass Kollaborationen von kulturell geprägten mit natürlich lebenden Mitwesen gelingen können. Das Projekt möchte für das fürsorgliche Miteinander verschiedener Lebewesen und Lebensarten werben. In Entwurf und Umsetzung wurde auf allen Ebenen eine schlüssige Zusammenführender Themen Nachhaltigkeit und Ästhetik angestrebt. Im Prozess sollten u.a. die gestalterischen Möglichkeiten und Herausforderungen untersucht werden, die ein Planen und Bauen weitestgehend ohne Primärrohstoffe und mit einem limitierten Budget mit sich bringt.
Die Konstruktion basiert auf der Wiederverwendung regionaler Ressourcen. Die Holzbalken eines rückgebauten Dachstuhls wurden von den Studierenden aufgearbeitet in Zusammenarbeit in der Holz Studienwerkstatt des KIT zu einer modularen Tragstruktur weiterverarbeitet. Um die Streuobstwiese möglichst wenig zu beeinträchtigen, erfolgte die Gründung der drei Hochsitze über Schraubfundamente, sodass die Eingriffe in Boden und Landschaft der Katzenwedelwiese minimal und reversibel bleiben.
Das Projekt geht aus der künstlerischen Forschung von Olaf Quantius und Indra Schelble zum Verhältnis von Ästhetik und Nachhaltigkeit hervor und wurde von einem interdisziplinären Team aus Studierenden sowie Lehrenden der Architektur und Bildenden Kunst getragen.
Die Forschung und künstlerischen Experimente zum poetic food forest möchten das Potential realisieren, im konstruktiven Miteinander, gegenseitigen Respekt und Vertrauen der Partizipierenden eine Ästhetik der Nachhaltigkeit hervorzubringen, die eine speziesübergreifende Verbundenheit stärkt. In diesem Sinne versteht sie sich auch als Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung.