Das durch Zukunft Bau geförderte Forschungsprojekt untersucht die Entwicklung von Lehmbaustoffen auf Basis von Bau- und Abbruchabfällen.
In der ersten Projekt Phase konnte nachgewiesen werden, dass mineralische Rezyklate aus dem Rückbau von Gebäuden grundsätzlich geeignet sind, natürliche Gesteinskörnungen und Bindemittel in Lehmbaustoffen zu ersetzen. Gerade für die Feinfraktion, die bei der Aufbereitung entsteht und die aktuell noch deponiert wird, konnten hochwertige Anwendungen aufgezeigt werden.
Diese Erkenntnisse dienten als Grundlage für die Empfehlung an den Normenausschuss für Lehmbau. In der letzten Überarbeitung der Lehmbaustoffnormen wurde dadurch erstmalig ein zulässiger Anteil von 10 % rezyklierter Gesteinskörnungen in Lehmbauprodukten definiert.
Gleichzeitig wurden zentrale Herausforderungen für die weitergehende Anwendung von Rezyklaten identifiziert, darunter:
> erhöhte Schadstoffgehalte in einzelnen Abfallströmen
> der Einsatz von Flockungsmitteln bei der Aufbereitung der Abfälle
> sowie reaktive Zementbestandteile, die die mechanischen Eigenschaften von Lehmbaustoffen beeinträchtigen können.
Aufbauend auf den Ergebnissen der ersten Projektphase werden verlässliche Gütekontrollkriterien und Aufbereitungsstrategien entwickelt, die eine sichere und hochwertige Nutzung rezyklierter mineralischer Ressourcen im Lehmbaustoffen ermöglichen und damit zur Schließung von Stoffkreisläufen im Bausektor beitragen.
Ziel ist es, den Anteil rezyklierter Gesteinskörnungen in Lehmbaustoffen zu erhöhen, und die Schadstoffe durch selektiven Rückbau, verbesserte Aufbereitungs- und Sortierverfahren zu reduzieren.
Die entwickelten Ansätze werden anhand von Lehmsteinen, Lehmputzmörtel, Lehmmauermörtel und Lehmplatten untersucht und validiert.
